Trinkwasser ist ein knappes Gut – auch in Bad Nauheim

Stadtwerke Bad Nauheim sind sich Verantwortung bewusst – achtsamer Umgang mit wertvollen Ressourcen

Bad Nauheim. „Für uns in Deutschland ist es selbstverständlich, dass alles, was wir unbedingt zum Leben brauchen, immer verfügbar ist, wie Strom und Trinkwasser“, sagt Dr. Thorsten Reichel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim, am Tag der Daseinsvorsorge (23. Juni). Dabei werde leicht vergessen, dass es sich um knappe Güter handele, das gelte insbesondere für Wasser. Den Tag für die Daseinsvorsorge nimmt er zum Anlass, an die Verbraucherinnen und Verbraucher zu appellieren, sorgsam und sparsam mit Trinkwasser umzugehen. „Wasser ist in einem ewigen Kreislauf. Es erneuert sich nicht und durch den Klimawandel gibt es auch in unseren Breitengraden partiell schon Knappheit“, erläutert er die Situation. Die Grundwasserspiegel sind auch in unserer Region durch die trockenen, heißen Sommer bereits abgesunken. Dass das kostbare Gut im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Bad Nauheim in bester Qualität zur Verfügung stehe, sei das Ergebnis verantwortungsbewusster Beschäftigter und kontinuierlicher Investitionen. „Wir müssen trotzdem mit den Ressourcen haushalten und es sehr bewusst und sparsam einsetzen“, erläutert der Stadtwerke-Chef. „Für den Garten zum Beispiel und das Autowaschen sollten wir besser kein Trinkwasser, sondern Regenwasser verwenden, das wir in Tonnen oder Zisternen aufgefangen haben“, meint er. Er bittet die Bad Nauheimer Bürgerinnen und Bürger Trinkwasser wertzuschätzen.

Die Zeichen stehen auf „gelb“

Das Bad Nauheimer Wasser wird überwiegend von der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG) bereitgestellt. Diese haben Anfang des Jahres bereits eine Wasserampel als Frühwarnsystem für den Wetteraukreis eingeführt. Damit informiert die OVAG als vorgelagerter Trinkwasserlieferant die Stadtwerke Bad Nauheim über die Trinkwasserverfügbarkeit – aktuell und vorausschauend für drei Monate. „Bis August steht unsere Ampel auf gelb. Das bedeutet, dass wir derzeit eine mäßige Wasserverfügbarkeit haben“, erklärt Dr. Thorsten Reichel und ergänzt: „Die Stadtwerke Bad Nauheim arbeiten stets an einem langfristigen Wasserkonzept und möchten auch künftig die sichere Versorgung mit dem Lebensmittel Nummer 1 gewährleisten.“ Daher bittet der Stadtwerke-Chef um die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger: „Wir alle zusammen können etwas bewirken und unsere Wasserampel wieder auf grün lenken, indem wir Trinkwasser mit Bedacht nutzen. Der Bau von Zisternen ist empfehlenswert.“ Lediglich 4 Prozent des täglichen Wasserverbrauchs eines Durchschnittsbürgers in Deutschland werden zum Trinken und für die Zubereitung von Essen verwendet. 36 Prozent werden für die Körperhygiene, 27 Prozent für die Toilettenspülung und der Rest zum Spülen, Wäschewaschen, Putzen, Garten bewässern und Ähnlichem benutzt. „Für die Gartenarbeit braucht es kein Trinkwasser“, betont er.

 

Für die aktuell gültige gelbe Ampelphase gibt es folgende Handlungsempfehlungen:

• Achten Sie grundsätzlich immer auf eine sorgsame Verwendung von Trinkwasser, da Trinkwasser Ihr Lebensmittel Nummer 1 ist!
• Ersetzen Sie Trinkwasser möglichst durch (gesammeltes) Oberflächenwasser oder Brauchwasser, wo immer Ihnen dies hygienisch und umweltschutzrechtlich erlaubt und möglich ist!
• Verwenden Sie Trinkwasser sparsam und nur dort, wo es unbedingt notwendig ist!
• Schränken Sie die Gartenbewässerung auf maximal zwei Bewässerungsvorgänge pro Woche ein!
• Verzichten Sie auf die Bewässerung von Rasenflächen!
• Nutzen Sie kein Trinkwasser zum Waschen von Fahrzeugen, zur Außenreinigung von Gebäuden, Terrassen oder ähnlichen Anwendungen!
• Unterlassen Sie das Befüllen von Pools!
• Unterlassen Sie das Befüllen von Zisternen oder sonstigen Wasserspeichern zur Verwendung außerhalb des Hauses!
• Falls Sie dringend größere Mengen Trinkwasser entnehmen müssen, z.B. bei Bautätigkeiten aus Standrohren, sind diese vorab unbedingt mit uns abzustimmen!

 

Weitere Maßnahmen mit großem Erfolg: 8 Tipps zum Wassersparen

1. Duschen statt Baden spart im Schnitt 50 Liter Wasser pro Körperpflege.
2. Ein tropfender Wasserhahn ist reiner Trinkwasserverbrauch, besser schnell reparieren lassen.
3. Wasch-/Geschirrspülmaschinen voll auslasten
4. Wasser bei der Körperreinigung nicht unnötig und ungenutzt laufen lassen
5. Undichte Armaturen reparieren
6. In Trockenzeiten Rasen etc. nicht oder nur abends gießen, Regenwasser zur Gartenbewässerung nutzen, Zisterne bauen
7. Wassersparende Armaturen einsetzen, z.B:
- 6-l-WC-Spülkasten mit Unterbrechertaste und abgestimmten WC-Becken,
- Einhebelmischarmaturen, Thermostatarmaturen, Perlatoren,
- Durchflussbegrenzer
8. Auto in Waschanlagen mit Waschwasserwiederverwendung waschen