ProSekko - Stadtwerke Bad Nauheim

Forschungsprojekt "ProSekko"

Flexibilisierung der Wärmeversorgung mittels Wärmepumpen durch eine Prognose-gestützte Sektorkoppelnde Betriebsoptimierung (ProSekko)

Mit dem Forschungsprojekt ProSekko beteiligen sich die Stadtwerke Bad Nauheim als Praxispartner der Wissenschaft zur Weiterentwicklung einer klimafreundlichen, digitalen und netzdienlichen Wärmeversorgung. Im Fokus steht die Frage, wie Wärmepumpen und Wärmenetze künftig flexibler, effizienter und systemdienlich betrieben werden können – ohne Komfortverluste für die Nutzerinnen und Nutzer.

 

Das Projekt wird koordiniert vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE und gemeinsam umgesetzt mit der ENERPIPE GmbH, dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V. (IKEM), den Stadtwerken Bad Nauheim sowie den Schleswiger Stadtwerke GmbH.

Was wird untersucht?

Untersucht wird das Flexibilitätspotenzial von Wärmepumpen in Verbindung mit Wärmenetzen, insbesondere in kalten Nahwärmenetzen. Dabei werden Strom- und Wärmesektor gemeinsam betrachtet. Mithilfe KI-basierter Prognosen sollen Wärmebedarfe, Stromverfügbarkeiten und Flexibilitäten vorausschauend ermittelt werden. Auf dieser Basis wird eine sektorkoppelnde, multikriterielle Betriebsoptimierung entwickelt, die technische, ökologische, wirtschaftliche und netzbezogene Anforderungen gleichzeitig berücksichtigt.
 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Netzdienlichkeit: Wärmepumpen sollen so betrieben werden, dass sie das Stromnetz entlasten, erneuerbare Energien optimal nutzen und Netzengpässe vermeiden helfen. Ergänzend werden rechtliche und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen für eine solche intelligente Steuerung analysiert.

                                                                

Was soll erreicht werden?

Ziel des Projekts ist es,

  • CO₂-Emissionen und Betriebskosten in der Wärmeversorgung zu senken,
  • erneuerbare Energien besser und flexibler zu integrieren,
  • das Stromnetz durch einen intelligenten Wärmepumpenbetrieb zu entlasten,
  • praxistaugliche, übertragbare Betriebsstrategien für Quartiere zu entwickeln und
  • digitale Werkzeuge bereitzustellen, die Stadtwerken und Netzbetreibern die Umsetzung erleichtern.

Langfristig sollen die Ergebnisse als Blaupause für weitere Quartiere dienen und einen messbaren Beitrag zur Energiewende leisten.

Welche Rolle übernehmen die Stadtwerke Bad Nauheim?

Die Stadtwerke Bad Nauheim bringen ihre langjährige Praxiserfahrung im Betrieb innovativer kalter Nahwärmenetze in das Projekt ein. Als Demonstrationsstandort dient das kalte Nahwärmenetz im Stadtteil Rödgen, in dem zahlreichen dezentralen Wärmepumpen über einen Erdwärmekollektor versorgt werden.

Konkret übernehmen die SWBN folgende Aufgaben:

  • Bereitstellung realer Betriebs- und Messdaten aus dem laufenden Netzbetrieb
  • Definition praxisnaher Anforderungen an das Optimierungs- und Prognosetool
  • Mitwirkung bei der Auswahl geeigneter Zielfunktionen und Regelstrategien
  • Bewertung der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Quartiere
  • Unterstützung bei rechtlichen sowie digitalisierungs- und datenschutzbezogenen Fragestellungen

Mit dieser aktiven Rolle stellen die Stadtwerke Bad Nauheim sicher, dass die entwickelten Lösungen nicht nur theoretisch, sondern praktisch umsetzbar sind. Die Beteiligung an ProSekko unterstreicht den Anspruch der Stadtwerke Bad Nauheim, sich aktiv an Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu beteiligen und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern. Die Einbindung von Studierenden, unter anderem durch die Betreuung von Studien- und Abschlussarbeiten, ist dabei ein fester Bestandteil dieses Ansatzes. So tragen sie maßgeblich dazu bei, zukunftsfähige, wirtschaftliche und klimafreundliche Wärmeversorgungskonzepte für Kommunen voranzubringen.

Förderzusage für Forschungsprojekt
Pressebericht
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