Dieser Sommer ist außergewöhnlich, sowohl hinsichtlich der Temperaturen als auch mit Blick auf die besonders lang anhaltende Trockenheit. Das strapaziert auch die Trinkwasserversorgung. Die Entnahmemengen übersteigen die langjährigen Mittelwerte erheblich, und das seit Wochen. Nun lassen sich die Fördermengen beim Trinkwasser nicht unbegrenzt steigern, und auch die Infrastruktur hat technische Grenzen.
Daher richten die Stadtwerke Bad Nauheim nach den Appellen von Ende Juni nunmehr erneut den dringenden Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibenden, ihren Trinkwasserbezug nach Möglichkeit auf das Wichtigste zu begrenzen.
Die Tipps für einen ressourcenschonenden Umgang mit Wasser sind vielfältig:
Im Haus:
- Duschen statt baden.
- Wasch- und Geschirrspülmaschinen möglichst nur voll anschalten.
- Sparsame Geräte (Wasch- und Spülmaschine) und Armaturen (Wasserhahn und Duschkopf mit Durchflussbegrenzer) verwenden.
- Stopptaste am WC nutzen.
Gartenbewässerung:
- Regenwasser für den Garten sammeln und nutzen.
- Pflanzen im Garten möglichst morgens oder abends gießen – wenn überhaupt - , um eine starke Verdunstung von Wasser durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
- Besser als Sprinkler ist eine Tröpfchenbewässerung mit Gartenschläuchen, die nahe an den Pflanzen liegen.
- Den Rasen weniger häufig mähen und nicht zu kurz: Ein längerer Rasen hält die Feuchtigkeit besser. Rasen nicht bewässern.
- Grundsätzlich empfehlen sich trockenresistente Pflanzen mit niedrigerem Wasserbedarf.
Private Swimming-Pools:
- Der Trend zum Pool im eigenen Garten erhöht den Trinkwassergebrauch massiv: Ein durchschnittlicher Aufstellpool fasst je nach Größe ein Volumen von vielen Tausend Litern und damit einem Vielfachen des Tagesbedarfs einer Person.
- Ein Verzicht auf eine Poolnutzung schont die Trinkwasserressourcen nachhaltig.
- Eine Poolabdeckung verringert die Verdunstung.
- Um das Versorgungssystem technisch-hydraulisch zu entlasten ist es daher sinnvoll, an heißen Tagen den Pool wenigstens nicht zu den Hauptverbrauchszeiten am Vormittag oder frühen Abend zu befüllen.
Gartengestaltung:
- Regenwasser, das nicht genutzt wird, sollte auf dem Grundstück versickern können. Dies verbessert die Neubildung von Grundwasser. Hierzu sollten Hauseigentümer ihren Garten mit Grünpflanzen bepflanzen und keine Steingärten anlegen und für eine regendurchlässige Pflasterung bei Zuwegungen und Einfahrten sorgen.
- Begrünte Dachflächen und Fassaden können ein ausgeglicheneres Mikroklima schaffen.
- Auf den Einsatz von Insekten- und Unkrautvernichtungsmitteln sollte verzichtet werden, um das Grundwasser und Insekten zu schützen.
Insgesamt: Trinkwassereinsatz nur dort, wo notwendig und nur so viel, wie notwendig.
Auch die Stadtwerke selber nutzen Handlungsspielräume nach Möglichkeit aus. So wurde die für Anfang August geplante Baumaßnahme an der Trinkwasserleitung in der Lindenstraße auf den Herbst verschoben, da mit der Einbindung eines neues Leitungsabschnitts erhebliche Spülungen notwendig werden, die dem Gesamtsystem derzeit nicht zuzumuten sind. Des Weiteren werden Netzspülungen im Trinkwassernetz auf ein Mindestmaß reduziert, das hygienisch notwendig ist.